Autobiographisches Schreiben ist heute weit verbreitet. Jeder von uns findet seine Identität im Erzählen und Schreiben von autobiographischen Geschichten. Allerdings erzählen nur die Geschichten wirklich von uns selbst, die als persönlicher Mythos erscheinen. Der persönliche Mythos ist das wechselnde Bild innerer archetypischer Bilder, die unsere Vergangenheit erinnern lassen, die Gegenwart erhellen, unsere Zukunft antizipieren und dabei den Tod bewältigen.
Wir entdecken uns nicht nur in Mythen, wir schaffen uns durch Mythen. Jeder unserer Mythen ist einmalig. Der persönliche Mythos entwickelt sich im Lebenslauf. Durch Meditation und Imagination können diese grundlegenden persönlichen Mythen erkannt und mit Hilfe des kreativen Schreibens gestaltet werden. Wir entdecken damit die tiefste Schicht des autobiografischen Schreibens, die Schicht, wo unser Selbst im Prozess der Bildung der Individualität sich im Laufe des Lebens selber bildet, entwickelt und erhält.
Dieses Buch erweitert damit das autobiographische Schreiben durch Methoden und Beispiele, um die entscheidenden autobiographischen Dimensionen, die uns mit der kollektiven Phantasie der Menschheit verbinden.
Nach dem Buch „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“ gibt es eine schlüssige weitere Stufe, die in diesem vorliegenden Buch unter das Motto gestellt wird: „Die Welt romantisieren“.
Über den Autor
Lutz von Werder, geb. 1939, Philosoph. Bis 2004 Hochschullehrer für Kreativitätsforschung an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin-Hellersdorf. Seit 1993 Leitung von Philosophischen Cafés in Berlin mit 80 bis 300 Personen.
Herausgeber des Magazins "Selber denken", zahlreiche Publikationen zur philosophischen Lebenskunst, praktischen Philosophie, zum kreativen/wissenschaftlichen Schreiben sowie literarischer Texte.
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