Stammbäume jüdischer Familien in Pasewalk

Stammbäume jüdischer Familien in Pasewalk
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  • ISBN: 978-3-86863-208-8
  • 348 Seiten
  • Format: 14,8 x 7 cm
  • 2020
In der Grabenstraße 3 in Pasewalk wurde im Oktober 1834 die Synagoge eingeweiht. Dieses... mehr

In der Grabenstraße 3 in Pasewalk wurde im Oktober 1834 die Synagoge eingeweiht. Dieses Gotteshaus war der Ort für die religiösen Handlungen der Synagogengemeinde Pasewalk. Im Oktober 1934 wurde noch der 100. Jahrestag der Einweihung der Synagoge gefeiert. Wie überall in Deutschland wurde auch in Pasewalk in der Progromnacht vom 9. zum 10. November 1934 die Synagoge durch Nazi-Horden in Brand gesetzt. Den Feuerwehrleuten der Pasewalker Feuerwehr wurde unter Androhung des Waffengebrauchs das Löschen untersagt. So brannte die Synagoge völlig nieder.
Damit endete in Pasewalk auch das jüdische Leben. Wer konnte, verließ die Stadt und versuchte, ins Ausland zu gelangen, in den meisten Fällen über Berlin. Nur wenige blieben.
Am 12. Februar des Jahres 1940 wurde für die Juden Vorpommerns in Pasewalk ein Transportzug eingesetzt. Bis auf nur eine schwerkranke Frau, die nicht transportfähig war, hatten die Nazis auch die letzten 16 Juden des Ortes dort hingetrieben. Die Bevölkerung schwieg, schaute weg.
Dort mussten sie einen Personenzug besteigen, an dem sich am Ende zwei Güterwaggons befanden. Die wenigen Habseligkeiten, die sie als Handgepäck bei sich hatten, wurden in die Güterwagen verladen (aus Platzgründen, wie es hieß). Doch noch vor Abfahrt des Zuges koppelten die Nazis diese ab. Mit dem Zug in Stettin angekommen erfolgte der Umstieg in Güterwagen, welche die Juden in Richtung Osten abtransportierten. Alle Pasewalker Juden wurden in verschiedene KZ gebracht und keiner überlebte von ihnen.
In den Zeitungen stand am Folgetag: „Vorpommern ist judenfrei!“. Auch in der Pasewalker Zeitung war zu lesen: „Pasewalk ist judenfrei!“. Die schwerkranke Frau in Pasewalk hatte man einfach vergessen, sie starb 1943.

1988, am 9. November, wurde zur Erinnerung an die Progromnacht vor 50 Jahren an einen Hausgiebel in der Marktstraße,
Ecke Grabenstraße, eine Gedenktafel feierlich eingeweiht. Aus Anlass des 80. Jahrestages der Progrome folgte abends am 8. November unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die feierliche Enthüllung dieses Gedenksteins (siehe oben) in der Grabenstraße, unweit des ehemaligen Standorts der Synagoge. Niemals vergessen!


Diesen und auch vielen anderen Juden aus früherer Zeit, die ehemals in Pasewalk lebten, widmet sich dieses Buch. Alle recherchierten Fragmente ihrer Lebensgeschichten wurden in Familien-Stammbäumen zusammengeführt.

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