- ISBN: 978-3-86863-297-2
- 132 Seiten
- Mit über 300 Fotos in Farbe sowie Abbildungen.
- Format: 297 x 210 cm
- 2026
- In Zusammenarbeit mit Susanne Schulz
Am Anfang waren die Vögel. Sie nahmen als erste die sich neu bildende Landschaft in Besitz. Sie kreisten über ihr, als sie sich von der auf ihr lastenden Eisschicht befreite und das Klima angenehmer wurde. Sie waren auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen und nach brauchbaren Brutplätzen. Da kam es ihnen gerade recht, dass sich ein neuer See gebildet hatte. Den hatte die Eiszeit mitgebracht in Form von Toteis. Aus dem ist dann die seetypische Toteis-Hohlform unseres Dorfsees geworden. Die Vögel werden wohl auch diejenigen gewesen sein, die Fischlaich in ihren Federn mitgebracht haben. So konnte sich mit dem Fisch im See eine stabile Nahrungskette entwickeln. Das war lange vor jener Zeit, als sich die ersten Menschen am See niedergelassen haben. Ihr frühes Zeugnis einer Besiedlung dieser Landschaft ist durch die jungsteinzeitlichen Fundstücke (Mahltrog und Steinhammeraxt mit zentralem Loch) gegeben. Ob sie schon Fische und Vögel gegessen haben – unbekannt. Es wird noch dauern, bis in dieser Landschaft mit Harpune oder Pfeil und Bogen die Jagd auf Essbares technisch ermöglicht wird. Der Beginn dieser Nahrungskette ist schwierig zu dokumentieren.
Wir müssen in die Neuzeit springen: In der „Milower Chronik“ von 1995 wird über eine Hofübernahme berichtet, dokumentarisch-genau. Im Jahr 1623 gehörte jedenfalls auch einen „Fisch Kessell“ zum Inventar des Hauses. Im „Actum Mylow d. 23 sten Octobr. 1699“ wird unter Punkt 4 ausgeführt: „Fischerey ist nicht sonderlich, alss nur der eine See, gehöret zu den Arnimbschen Rittersitz.“ Von Vögeln ist nicht die Rede, auch später wird noch nicht einmal ein einziges Nutz-Federvieh genannt, das den Menschen zur Nahrung gedient hätte.
Der Zufall wollte es, dass meine Frau und ich im Dezember 2005 an eben diesem „Dorfsee“ ein feines Seegrundstück mit Häuschen darauf erwerben konnten. Dieses Häuschen stand, erstmals aufgezeichnet im Jahre 1815, schon immer dort, wo es auch heute noch steht – direkt an der Wasserlinie. So dicht hatten wir noch nie „am Wasser“ gelebt. Nach unserem endgültigen Herzug begannen ab 2008 die Wasser- und Vogelbeobachtungen. Ab dann lag jeweils schon zum Frühstück der Digital-Fotoapparat bereit, mit seinem 12-fach-Zoom! Es gab jetzt kein Entrinnen mehr. Wasser und Luft, Bäume und Felder, Vögel und Wildtiere zogen uns in ihren Bann. Die Vögel zu allererst !