Stadtforschung + Statistik - Ausgabe 1/2019

Perspektiven der Wohnungsmarktbeobachtung
Stadtforschung + Statistik - Ausgabe 1/2019
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  • 80 Seiten
  • 2019
Die Entwicklung kommunaler Wohnungsmärkte ist derzeit eines der zentralen Themen in der... mehr

Die Entwicklung kommunaler Wohnungsmärkte ist derzeit eines der zentralen Themen in der Diskussion um kommunale Lebensverhältnisse und steht weit oben auf der Agenda kommunaler Politik.
Die Rolle der Statistik in der Wohnungsmarktbeobachtung ist nicht einheitlich; immer  steht die Bewertung der Einwohnerentwicklung im Zentrum der Berichterstattung. Jedoch bereits die scheinbar selbstverständliche Ableitung des Neubaubedarfs aus dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum ist nicht unumstritten. Hermann Breuer und Laura Martschink versuchen diese enge Beziehung zu lockern und zeigen wie ein Blick auf die vielfältigen Veränderungen im Einwohnerbestand weitergehende Möglichkeiten zur Bestimmung von Nachfragegröße und -wahrscheinlichkeiten bietet.
Mit dem State of the Art derzeitiger Wohnungsbedarfsprognosen setzt sich Ersin Özsahin auseinander. Sein Beitrag über drei aktuelle Wiesbadener Bedarfsprognosen dokumentiert die Notwendigkeit, den Wohnungsbedarf mit transparenten und nachprüfbaren Verfahren zu ermitteln. Gleichzeit beschreibt er auch die derzeitigen Defizite dieser Bedarfsberechnungen.
Der Beitrag von Helmut Schels illustriert, dass gängige Grundannahmen zum Zusammenhang von Einwohnerentwicklung und Wohnungsbautätigkeit revisionsbedürftig sind. Sein Puzzle aus Erkenntnissen und Fragen reicht von der Abschätzung des Wohnungsbedarfs aus den Veränderungen bestehender Haushalte, über die Langzeitwirkung generativer Effekte bis zur Beleuchtung des Wohnungsbaus im Wohnungsbestand.
Der Bericht von Jacqueline Berg und Jürgen König ist ein Auszug aus der Ergebnisberichterstattung zum Thema „Wohnen“ zur Mehrthemenumfrage „Leben in Köln“-2016. Durch die Analyse der Wohnkosten und Bewertungen zum Wohnen ergibt sich ein Bild des Wohnungsmarktes einer Großstadt. Nur durch diese Umfrage sind erste Analysen zu Bestandsmieten und der Mietbelastung der Haushalte möglich. Für das kommunale Handeln sind die Herausforderungen einer sozialen Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik in einer wachsenden Großstadt erkennbar.
Zur Bewertung des Wohnungsbestandes und der in ihm stattfindenden Wohnungswechsel werden Informationen über den Umfang der Fluktuation benötigt. Max-Christopher Krapp und Christian von Malottki stellen ihr Schätzmodell mit dem sie auf der Basis der Mikrozensus-Zusatzauswertung Wohnen 2014 regionstypische Fluktuationsquoten modelliert haben. Mittels derartiger Modellrechnungen, die im Ergebnis nahe bei realen, über die Meldedaten ermittelbaren Umzugsfluktuation liegen, lassen sich in verschiedenen regionalen und großstädtischen Kontexten Fluktuationsquoten abschätzen. Diese können als modellierte Nachfragegrößen interpretiert werden, die für die Nutzung in Wohnungsmarktmodellen interessant erscheinen.
Neben Bürgerumfragen, die den Wohnungsmarkt aus Nachfragesicht darstellen, ermöglichen Befragungen von Wohnungsmarktexperten, frühzeitige Einschätzungen darüber, wie sich Angebotsstrukturen entwickeln werden. Die Befragung derjenigen, die den künftigen Wohnungsmarkt durch ihre Bewertungen und Investitionen sowohl im Umfang wie auch in ihrer ökonomischen Struktur antizipieren, bietet ergänzende Frühwarninformationen. Zur besseren Darstellung der Expertenurteile werden diese auf zuvor ermittelten Wohnlagentypen dargestellt, was die Identifikation teilräumlicher Unterschiede ermöglicht.
Dass jenseits aller Bedarfs- und Nachfrageanalysen des Wohnungsmarktgeschehens bereits der Zugang zur Wahl einer Wohnung keineswegs gleich ist, zeigt Heike Hanhörster in ihrem Beitrag zu den Belegungsstrategien institutioneller Wohnungsanbieter. Dieser, an den Schluss des Schwerpunktthemas gestellte Beitrag macht deutlich, dass alle Beobachtung des Wohnungsmarktgeschehens per se keinen Zugang zu den Prozessen hat, die den Zugang zum Wohnungsmarkt (für bestimmte Personengruppen) einschränken oder gar hindern.

Hermann Breuer

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